Die Toten Hosen – „All die ganzen Jahre“ haben für „Ballast der Republik“ gewirkt

Bildquelle: http://www.dietotenhosen.de

Endlich steht das neue Album „Ballast der Republik“ in den Plattenläden. Ich habe ja bereits vorher schon intensiv über die Entwicklung geschrieben, was ihr gerne hier nachlesen könnt.

Von daher will ich heute nur noch einmal separat ein wenig auf die Songs eingehen.

Vorab erst noch einmal die Tracklist:
01. Drei Kreuze (dass wir hier sind)
02. Ballast der Republik
03. Tage wie diese
04. Traurig einen Sommer lang
05. Altes Fieber
06. Zwei Drittel Liebe
07. Europa
08. Reiß Dich los
09. Drei Worte
10. Schade, wie kann das passieren?
11. Draußen vor der Tür
12. Das ist der Moment
13. Ein guter Tag zum Fliegen
14. Oberhausen
15. Alles hat seinen Grund
16. Vogelfrei

Der Aufbau erinnert ein bisschen an die CD 01 von „Auf dem Kreuzzug ins Glück“ oder den Ablauf von „Ein kleines bisschen Horrorschau“. „Drei Kreuze (dass wir da sind)“ als Instrumental-Intro, das dann in den Titelsong „Ballast der Republik“ übergeht, taucht zum Abschluss des Albums als Outro von „Vogelfrei“ wieder auf. Im Allgemeinen darf man sich auf einen guten Mix freuen. Wie zum Jubiläums-Album „All die ganzen Jahre“ angeführt, haben die Hosen sich ihrer Wurzeln besonnen, die kräftige Einflüsse in die Musik des neuen Albums bewirkt haben.

So erinnern die Songs teilweise an meinen Favoriten „Opium fürs Volk“ mit beispielsweise „Zwei Drittel Liebe“ oder „Drei Worte“, aber auch an „Kauf MICH!“ wie beispielsweise „Alles hat seinen Grund“ so etwas wie eine Fortsetzung zu „Niemals einer Meinung“ sein könnte. Es gibt mit „Schade, wie kann das passieren?“ natürlich auch wieder Futter für die Fußballfans unter euch. „Das ist der Moment“ und die Vorab-Single „Tage wie diese“ sind wieder für diejenigen, die neue Hymnen zum Mitgrölen suchen.
Für das gepflegte Beisammen mit den richtigen Kumpels und dem einen oder anderen Bier ist „Altes Fieber“ oder „Traurig einen Sommer lang“ genau das Richtige. Das auch schon auf der Promo erschienene Lied „Draußen vor der Tür“ erinnert zwar vom Gesangsrythmus ein wenig an „Hero of War“ von „Rise against“, ist aber keinesfalls ein Cover davon.

Ich will an dieser Stelle noch einmal auf den Titelsong „Ballast der Republik“ eingehen. Wer den Song mit Verstand verfolgt und genau auf den Text achtet, erkennt einen „Wach-Macher-Song“ nach der Manier von „Pushed Again“: Ein Tabuthema direkt ansprechen und mit einer kräftigen und harten Verpackung servieren. Nach „1.000 gute Gründe“, „Sascha, …ein aufrechter Deutscher“ und „Pushed Again“ endlich wieder eine Kritik, die hoffentlich gesessen hat.

Für diejenigen unter euch, die sich die Version zulegen wollen, in der noch das Zusatz-Album „Die Geister, die wir riefen“ ist, werde ich auch dazu noch eine Kleinigkeit schreiben.

Die Tracklist:
01. Computerstaat
02. Sirenen
03. Das Model
04. Die Moorsoldaten
05. Im Nebel
06. Heute hier, morgen dort
07. Rock Me Amadeus
08. Industrie-Mädchen
09. Keine Macht für niemand
10. Einen großen Nazi hat sie!
11. Schrei nach Liebe
12. Manche Frauen
13. Innenstadt Front
14. Stimmen aus dem Massengrab
15. Lasset uns singen

Viele der Songs waren schon im Original hörenswert und machen die Idee der fünf Düsseldorfer interessant. Doch leider ist das nur in vereinzelten Fällen gelungen, wobei als absolut empfehlenswert hier die Interpretation von Falco’s „Rock Me Amadeus“ hervor sticht.
In Zusammenarbeit mit Funny Van Dannen haben die Hosen mit „Manche Frauen“ eine Art Nachspiel zu „Frauen dieser Welt“ geschaffen.

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