Warum besser sein, klagen ist leichter!

Wahnsinn! In Deutschland wird es immer leichter den größten Kleinkram, um nicht zu sagen: Mist(!) vor Gericht zu klären. Wir bekommen Zug um Zug ein amerikanisches Niveau in diesem Bereich.
Vor allem wurde in letzter Zeit unter konkurrierenden Unternehmen gerne der Weg vor Gericht gewählt. Und warum? Weil der Konkurrent besser war…

Man sehe sich dazu folgende Streitfälle als Beispiele an:
01. Apple vs. Samsung
02. Buchverlage vs. E-books
03. Apple & Microsoft vs. Google
04. Oracle vs. Google
05. Acht große Zeitungsverleger (Axel Springer, Süddeutsche Zeitung, FAZ, etc.) vs. Öffentlich-Rechtliche (ARD)

Worum geht es hier jedes mal?
01. Apple verklagt Samsung wegen deren neuen Tablets. Warum? – Verletzung des Patentes auf Geschmacksmuster. Oder zu Normal-Deutsch: Weil sie nicht mehr so aussehen, wie die von Apple produzierten Tablets, sondern vielleicht besser. Verständliche Bedrohung… Und was passiert? Die Gerichte geben Apple recht. Das neue Samsung-Tablet wird vom Markt genommen und verboten…

02. Buchverlage haben Angst vor den immer präsenter werdenden E-books. Also lassen die ersten Verlage verlauten, dass Bücher schließlich geistiges Eigentum sind und geschützt werden müssen. Als Vergeltung sollen daher alle Besitzer von kopierten E-books verklagt werden. Ist ja auch verständlich. Warum aber E-books genauso teuer bzw. teilweise teurer als richtige, traditionelle Bücher sein sollen, kann bisher nicht beantwortet werden. Ist auch nicht nötig, weil die Gerichte diesem Antrag bestimmt recht geben werden.

03. Aufgrund der fehlenden Patente im Mobilfunk-Bereich mit Android wurde Google immer mehr unter Druck gesetzt von Microsoft und … genau: Apple, wer sonst. Daher nutzte Google als Befreiungsschlag den Aufkauf von Motorola. So konnte Google sich gegen immer wiederkehrende Klagen der beiden Widersacher wehren.

04. Google muss sich allerdings noch gegen einen anderen Gegner wehren. Oracle wirft Google nun vor, ihr geistiges Eigentum an Java, eine wichtige Grundlage bei Android, wissentlich verletzt zu haben. Gut, dass man hier versucht der Weiterentwicklung bestehender Technologien im Wege zu stehen.

05. Acht große Zeitungsverleger (u.a. Axel Springer, SZ, FAZ) treten gegen die ARD-Tagesschau-App in den Krieg. Angeblich enthält diese App zu viele Textanteile. Hä? Zu viele Textanteile? Die genannten PRINT-Medien haben wohl Angst, dass die User dieser App keine Zeitungen mehr kaufen?! Die App ist wohl zu erfolgreich…

Wenn man sich die hier beschriebenen Fälle mal genau ansieht und versucht, den Sinn jedes Verfahrens in den Fokus zu stellen, macht man sich vergebens Mühe. Heutzutage ist es einfach leichter vor Gericht zu ziehen, als zu zugeben, dass der Konkurrent in einem Bereich mal besser, innovativer oder kreativer war. Es liegt jawohl klar auf der Hand, dass es mehr Aufwand ist, sich zu bemühen, besser zu sein.

Aber ist es nicht so, das neue Entwicklungen immer auf vorhandenen Technologien basieren?
Leben wir im Bereich Technik nicht von Weiterentwicklung und Innovation?
Soll wirklich alles immer gleich aussehen, gleich bedienbar sein und gleich funktionieren?
Wünscht ein Anwender sich nicht die Technologie, die seinen Bedürfnissen entspricht?
Warum hört die Industrie mit den Bemühungen auf, besser als die Konkurrenz zu sein? Stattdessen versucht man heutzutage die Konkurrenz schlechter zu machen als man selbst ist!

Ob wir eines Tages eine Antwort auf diese ganzen Fragen finden?
Ich suche erstmal weiter…

Kommentar verfassen